Mails von Aufbaufans

P.H., Maileinsendung:

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe mir Ihre Zeitung Potsdamer Allgemeine -Sonderausgabe vom 21.03.2013  sowie Ihren Flyer „Ihr Geld für die Kirche der Bundeswehr“ angesehen. Ich möchte ein gängiges Wort gebrauchen: ich kann gar nicht so viel fressen wie ich kotzen möchte! Sie verbreiten unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit Halbwahrheiten, Lügen, Diffamierungen, Unterstellungen und beschmutzen das Andecken an jene Männer vom IR 9 welche als Folge des missglückten Attentats auf Hitler ihr Leben ließen.

Erfolge bei der Wiederaufbauarbeit werden entweder negiert oder deren Mitwirkende in die rechte Ecke gezogen. Sie müssen sich schon sehr in die Enge gedrängt fühlen, wenn Sie zu solchen Mitteln greifen.

Sie gehen nicht auf die erfolgreichen Rekonstruktionen zerstörter historischer Bauten in anderen Bundesländern ein, wobei Ihnen der erfolgreich Wiederaufbau des Stadtschlosses doch Beweis genug sein müsste. Was geschieht den in Dresden? Frauenkirche. Schloss, Neuer Markt? Sind das keine Erfolgsgeschichten? Hitler war doch bestimmt auch mal in Dresden, da hätte man doch nach Ihrer Logik  gar nicht aufbauen dürfen.

Ich bin sehr froh, dass in Deutschland Meinungsfreiheit herrscht und Sie Ihre Meinung sagen dürfen. So nehme auch ich mir die Freiheit für den Wiederaufbau der Garnisonkirche zu sein und werde Ihren Argumente bei jeder sich bietenden Gelegenheit widerlegen.

Ich wünsche Ihnen ein grandioses Scheitern!

J. S., Maileinsendung:

Es ist für mich unverständlich, dass ein paar Altkommunisten meinen sie müssten
für den Großteil der Bevölkerung sprechen. Wie alle historischen Bauten in Potsdam
gehört die Garnisonkirche einfach dazu. Sie sollten mal einer normalen Geschichtsstunde
beiwohnen, wo nicht nur Leninismus gelehrt wird. Der Soldatenkönig hat Potsdam zur
Garnisonstadt erhoben, seitdem residierten dort die großen Preußischen Könige und später
Kaiser. Potsdam lebte immer von der Deutschen Soldatentradition und die Garnisonkirche
gehört einfach dazu. Die nicht so sehr zerstörte Kirche wurde ja von den Sowjetischen
Stadthaltern gesprengt, ein Akt der Siegerrache. Als älterer Berliner habe ich immer noch
das Glockenspiel „Üb immer Treu und Redlichkeit im Ohr“.
Kümmern Sie sich lieber darum, dass der hässliche DDR-Bau, der hinter dem Neuerbauten Stadtschloss steht,  abgerissen wird.

I.S., Maileinsendung:

Sehr geehrter Herr Schorlemmer!

Zu Ihren (an die SED erinnernden) Worten zum Wiederaufbau der  Garnisonkirche, wo ich vom „alten Ungeist“ lese, möchte ich Sie bitten, der WAHRHEIT mehr Gewicht einzuräumen und die Geschichte differenziert zu betrachten.
Nachfolgende Zitate geben Anlaß zum Nachdenken.

Im Anhang ein Flugblatt aus der Verantwortung von Ivo Sasek (Radikalchrist und Verschwörungstheoretiker), das neben Zitaten aus NS-Nostalgieliteratur der Grabert-Familie auch solche enthält:

Der „Daily Express“ am 24. März 1933: Das israelitische Volk der ganzen Erde erklärt Deutschland wirtschaftlich und finanziell den Krieg. Quelle: Dr. Conrad Rooster: „Der Lügenkreis um die deutsche Kriegsschuld“, herausgegeben vom Bund für deutsche Wiedervereinigung e.V. 1976

W. B., Überlingen:

Guten Tag meine Damen und Herren,

die Garnisonkirche wurde 200 Jahre vor 1933 als zivile und Garnisonkirche erbaut und kann nichts dafür, dass Hitler später in ihr auftrat. Wenn wir alle so quer wie Sie denken würden, dann müssten wir in Deutschland noch viele Gebäude, Plätze und Straßen abreißen!

Ich wundere mich, warum Sie vor der Wende nicht gegen den Bau des scheußlichen Interhotels aus Steuermitteln protestiert oder nach der Wende gegen die misslungenen Neubauten in der Breiten Straße Einwände erhoben haben. Durch Privatinitiativen wurde Potsdam baulich wieder eine attraktive Stadt für ihre Bewohner. Die Touristen aus aller Welt kommen nicht nach Potsdam, um sich die Plattenbauten anzusehen oder das Hotel Mercure zu bestaunen!

Sie suchen die baulichen Zeugen der Geschichte Potsdams und Preußens und da gehört die Garnisonkirche dazu.

Ich war sehr für den Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche engagiert. Am Anfang waren die Dresdner mehrheitlich gegen den Wiederaufbau, und heute sind sie alle begeistert. Auch die Kirchenfürsten waren dagegen. Diese saßen dann aber bei der Einweihung auf den besten Plätzen. Frauenkirche und Neumarktbebauung sind mittlerweile ein Touristenmagnet geworden.

Wir haben am Anfang wesentlich weniger Geld gehabt als für die Garnisonkirche heute schon an Spenden zur Verfügung steht und haben es gewagt zu beginnen.

Ich selbst habe unsere in der DDR durch die städtische Verwaltung heruntergewirtschaftete, ausgeweidete und dadurch unbewohnbare Potsdamer Familienruine mit hohem finanziellem Aufwand, viel Nerven und persönlichem Engagement wieder in Stand gesetzt. So haben es viele andere auch getan. Deswegen spreche ich von Privatinitiativen, die Potsdam den Glanz verleihen, den es heute wieder gewonnen hat.

Potsdam ist nicht investorenfreundlich, siehe Plattner und Jauch. Anstelle des Mercure könnte schon ein attraktives Museum stehen. Aber das musste ja verhindert werden.

Ich hoffe, sie werden ihre Meinung und Haltung noch zu Gunsten eines Wiederaufbaus der Garnisonkirche ändern. Sie war ein stadtprägendes Bauwerk und ich bin überzeugt, dass sie wieder aufgebaut wird.

Anonyme Maileinsendung:

Vor ein paar Tagen wurde Altbischof Huber gefragt:
Genau die Last der Geschichte, der symbolische Händedruck von Paul Hindenburg und Adolf Hitler am Tag von Potsdam vor der Garnisonkirche, ist das dominierende Argument gegen den Wiederaufbau.
Huber antwortete:
So argumentiert, wer die fast dreihundertjährige Geschichte der Garnisonkirche auf einen einzigen Tag zusammenzieht. Doch es kann nicht richtig sein, einen Geschichtsmythos zu übernehmen, den Joseph Goebbels um der nationalsozialistischen Herrschaft willen konstruieren wollte, nur jetzt mit einem negativen Vorzeichen versehen. Die Garnisonkirche ist mehr als der Tag von Potsdam, viel mehr.

Glauben Sie nicht, dass Huber Recht hat? Die Nazis haben sich des Preußen-Mythos allzu gerne bemächtigt (Göbbels sprach von der „Potsdamer Rührkommödie“, heute würde man auch sagen „Verarsche“), und Ulbricht tat das später auch nur unter anderen Vorzeichen. Hitler als auch Ulbricht wollten in Friedrich II. und Preußen die Vorläufer des Nationalsozialismus sehen, weil es für sie jeweils nützlich war. Wenn Nazis und Kommunisten Geschichte interpretieren und instrumentalisieren kommt immer nur Müll raus, so ist das. Statt Schlösser und Kirchen zu sprengen hätte man sich in der DDR lieber mal vernünftig mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen sollen, der ständig propagierte „Antifaschismus“ war hohl und bigott.
Schade, dass kluge Leute aus dem Bildungsbürgertum wie Sie immernoch auf die dämliche Propaganda Hitlers und Ulbrichts reinfallen!

Zum Schluss möchte ich noch zumindest drei ihrer Fragen beantworten:
Sind Sie Revisonist?: Aus Ihrer Sicht gewiss, genauso wie Jakobs, Stolpe, Huber und Merkel.
Kennen Sie gebauten Revanchismus?: Ja, das Stadzentrum von Pjönjang.
Haben Sie Sehnsucht nach Königreich und Vaterland?. Nein, aber erlauben Sie mir eine Gegenfrage: Haben Sie Sehnsucht nach den Genossen Honecker und Mielke?

T.B., Nachricht über Facebook:

Haha was ist denn ein angemessener Umgang mit dem Ort?? Die Kirche sieht schön aus und ihr Idioten habt die Kirche ja sprengen lassen..Also seid mal froh,dass man da wieder was ordentliches hinstellt.. Und wenn ich eure Fotos so anschaue, sehe ich einen Haufen Spassbremsen

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